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haparanda

Heute hatte ich einen Nostalgieschub der Extraklasse!

Nicht so einen, wo man verträumt mit feuchten Augen aus dem Fenster schaut und Großmutters alte Taschenuhr betrachtet. Nein, es war ehrlich gesagt eher einer dieser Schübe, bei denen man plötzlich irre glucksend zu Boden sinkt und mit gierigen Händen in einer stinkenden und mit Fusseln bespickten alten Spielzeugkiste herumwühlt. Der Grund für diesen Gefühlsausbruch? Meine Mutter hat mir meine alte Dinokiste vom Speicher mitgebracht!

Gott, die Dinokiste!

Ich muss nicht erwähnen, dass die Dinokiste als Kind mein Heiligtum war. Immerhin habe ich die bunten Plastik- und Gummidinos eigenhändig und im Schweiße meines Angesichts auf allen möglichen Flohmärkten zusammengetragen. Und nun, 15 Jahre später, schafften es die alten farbverblassten und schmutzigen Dinos tatsächlich, mich augenblicklich wieder ein paar Jahrzehnte zurück in meine Kindheit zu katapultieren. 

Verrückte Kindsköpfe und Plastiktrash-Liebhaber wie ich bezeichnen sich gelegentlich gerne als 90`s Kid. Aber sind wir mal ehrlich ... wenn man wie ich 1992 geboren ist, hat man bis zur Jahrtausendwende länger Strampler als Tattooketten getragen und war auch noch zu jung für das Arschgeweih. Stattdessen erlebte man um das Jahr 2000 den Siegeszug der berühmt-berüchtigten Kindersender SuperRTL und RTLII, die man natürlich heimlich cooler fand als den Kinderkanal und wurde von einer sagenhaft bunten und trashigen Welle an Plastik-Actionspielzeug aus den USA überschüttet. Gott, ich bekomme heute noch nasse Augen und feuchte Hände, wenn ich wieder die  ,,Hot Wheels- Spielzeugwerbung” sehe, bei der eine extrem coole, aber irgendwie auch leicht hyperaktive Ratte ,,Hot Wheeeeeeels – AcceleRAAACERS” brüllt, bevor kleine Spielzeugautos aus Plastik in wilden Loopings planlos ineinander krachen. Ausserdem gab es ja noch Action-Man-Figuren (,,der grösste Held in deiner Welt”) und die Kaubonbonmarke ,,FRITT”, besser bekannt als ,,FRIIIIIIIIIIIIITT – Wow es Fritt ein Kau !!!!”, was auch immer das bedeuten mochte. Übrigens habe ich mal gegoogelt, ob es den zähen, steinharten Kaubonbonspass noch gibt und hey, offensichtlich macht MC-Fitty gerade Werbung dafür, was mich gar nicht mal soo überrascht hat.

Für die Mädchen hingegen gab es pinke Barbiepuff-Träume aus Tüllbergen, automatisch kackende Babyborn-Puppen (die immer verschimmelten, wenn man sie nicht auswusch, da man sie mit einer Art Pulver-Apfelbrei fütterte) und natürlich Polly Pockets – kleine süsse kitschige Puppenstuben zum Aufklappen, die man wie Taschenspiegel mit sich herumtragen konnte. Ausserdem war Barbie auf dem Weg zur Weltherrschaft und brachte ein ganzes Heer an Puppenfreunden mit, unter anderem ihren Freund Ken und ihre kleine Schwester Shelly und tausend Ego-Alternativen wie Rocker-Barbie, Reiterhof-Barbie, Feen-Barbie und Schwangerschafts-Barbie. Letztere besaß einen herausnehmbaren Bauch, in dem sich eine Art Fötus-Baby befand, was mir nie so ganz geheuer war. Das Beste waren aber natürlich die Furbys – kleine gruselige Miniroboter mit Plüschfell und Klimperaugen, die mit blechernen Stimmen mit ihrem Besitzer reden konnten. Es gibt unzählige Urban-Legends aus dieser Zeit, in der Furbys nachts plötzlich verzerrt  zu sprechen anfingen (,,Hungaaaaaa”) und nicht mal damit aufhörten, wenn man sie angewidert und kreischend aus dem Fenster warf.

Gott und dann die Serien für Kinder! Ich will gar nicht anfangen sie alle aufzuzählen, weil ich dann offenbaren würde, wie wenig Zeit ich eigentlich draußen verbracht habe, weil ich stattdessen alles von  ,,Disney’s grosse Pause”, ,,Oggy und die Kakerlaken” oder ,,Angela Anaconda” lernte, was ich jemals zum Erwachsenwerden brauchen würde. Während sich manche Serien zu regelrechten Klassikern entwickelt haben, waren andere so verrückt und absurd, dass sie die Zeit leider nicht überdauert haben. Ich erinnere mich noch gut an den ,,SuperToy Club” – eine Art Show-Duell, bei dem Mädchen gegen Jungen in lauten und schrillen Spielen wie ,,Laser-Pingpong” oder ,,Doctronic” gegeneinander antreten mussten. Die Gewinner durften sich anschließend einen Einkaufswagen schnappen und innerhalb einer bestimmten Zeit durch eine Toys-R-Us-Filiale laufen, um so viel Spielzeug einzusacken, wie sie nur konnten. Das Ganze nannte sich ,,Super-Toy-Rush” und war der ultimative feuchte Traum aller Kinder. Ich würde heute noch meine Seele dafür verkaufen, bei der Show mitzumachen, aber bitte per Zeitmaschine zur Jahrtausendwende, damit ich mit einer lässigen Armbewegung alle Nintendo-Konsolen und Gameboys in den Einkaufswagen knallen könnte, um sie anschließend teuer bei Ebay zu verkaufen. Die Kinder damals waren übrigens meist nicht so klug und es gab natürlich immer dieses eine Rotzbalg (hieß meistens ,,Steve”), das irgendeinen Riesenteddybären in den Wagen knallte, sodass die Spielzeuge der restlichen Teamkollegen keinen Platz mehr hatten. Aber entschuldigt, ich schweife ab.

All diese bunten, schrillen und verrückten Dinge waren natürlich bei den Eltern nicht immer gern gesehen oder manchmal sogar Anlass zäher Diskussionen (,,Nein, wir kaufen keinen Marshmallow-Fluff-Brotaufstrich. Da bekommst du Löcher in den Zähnen.”). Und ich bin sicher einige Sachen hätten es heute richtig schwer, wo doch McDonalds aktuell für Apfelscheiben im Happy-Meal wirbt, anstatt für die neusten Plastik-Gadgets, was dem feigen Verrat eines heimlichen Verbündeten gleichkommt, der einem früher noch die Kindheit versüßt hat. Und liest man in einem Magazin mal etwas wie ,,Welcome Back to the 90’s”, dann springen einem höchstens fesche Fashionistas mit Statement-Tattooketten entgegen anstatt ein paar sinnvolle Tipps, wo man heimlich alte Kinderserien streamen könnte.

Ich persönliche plädiere deshalb für ein Revival der alten Zeiten rund um die Jahrtausendwende, aber bitte nicht nur beschränkt auf die tausendfach gesehenen Fashion-Statements sondern mit den Dingen, die damals wirklich die Welt bewegten. Wie wäre es beispielsweise mit He-Man-Filmabenden, kombiniert mit einem netten Trinkspiel (getrunken wird, wenn die olle Topfschnitt-Tunte mal wieder ,,Bei der Macht von Grayskull" ruft)? Oder was wäre, wenn man die trashigen Spieleshows von damals wieder ins Fernsehen bringt, ganz ohne Promi-Stargäste, die damals auch schon keiner sehen wollte?

Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer!

Neulich brachte die Spielzeugfirma Hasbro eine neue Furby-Linie auf den Markt. Natürlich gruseliger denn je, mit 5 verschiedenen multiplen Persönlichkeiten und einer technischen Ausstattung, die Hobby-Bastlern Tränen der Freude in die Augen treibt. Ich finde es scheußlich.

Aber ganz ehrlich: Eigentlich kann ich es kaum erwarten, mir eines anzuschaffen!

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helena_rz

Wenn ihr mich vor einem Jahr gefragt hättet, ob ich jemals alleine reisen würde, hätte ich sofort gesagt „Niemals! Dafür bin ich nicht mutig genug.“ Im Juli dieses Jahres habe ich mich dann aber tatsächlich daran gewagt und bin eigenständig nach Dharamshala und Manali im Himalaya in Indien gereist. In dieser Zeit habe ich nicht nur viel über das Reisen, sondern auch über mich selbst gelernt, was ich nun versucht habe in Worte zu fassen.

Du brauchst diese ganzen Klamotten nicht

Dass ich viel zu viel Gepäck mitgenommen hatte, durfte ich schon an meinem ersten Tag lernen. Da zwischen meiner Ankunft in Delhi und der Weiterreise nach Dharamshala nur wenige Stunden lagen, ergab es keinen Sinn, noch ein separates Hotel zu buchen. Trotzdem wollte ich es mir nicht nehmen lassen einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Schon nach wenigen Metern spürte ich jedoch wie mein Rucksack mit jedem Schritt schwerer wurde. In diesen Stunden bereute ich es sehr, dass ich mich nicht davon abhalten konnte so viel einzupacken. Zumal ich im Laufe meiner Reise gemerkt habe, dass ich ohnehin immer nur die gleichen Kleidungsstücke trug und manche sogar nicht einmal aus meinem Rucksack packte, was mich dazu brachte, mein Konsumverhalten grundlegend infrage zu stellen.

Du musst nicht einsam sein

Einsamkeit ist vermutlich das, wovor sich die meisten Menschen fürchten, bevor sie sich alleine auf eine Reise begeben. Da ich ein Mensch bin, der sich schnell einsam fühlt, begann ich schon Wochen vorher darüber nachzudenken, wie gut ich wohl damit umgehen würde beziehungsweise, ob ich es überhaupt schaffen würde damit umzugehen. Letztendlich waren meine Sorgen vollkommen unbegründet. Ich empfand es als durchaus angenehm, ein wenig Zeit nur mit mir selbst zu verbringen und meine Gedanken bewusst wahrzunehmen. Die Momente, in denen ich mich nach Gesellschaft sehnte, verbrachte ich einfach in Cafés, wo ich die Möglichkeit hatte, mich mit anderen Reisenden auszutauschen. Ohnehin trifft man unterwegs oft auf Gleichgesinnte, mit denen man das eine oder andere Wort wechseln oder sogar gemeinsame Unternehmungen machen kann.

Trotz allem wird man nicht immer von Einsamkeit verschont. Ich erinnere mich noch genau an die Nacht in meinem ersten Hotel in Manali, in der ich mich so alleine gefühlt habe wie noch nie zuvor. Das Hotel stand ungefähr drei Kilometer von Manali entfernt mitten im Nirgendwo und bot mir keinerlei Möglichkeiten, unter Menschen zu kommen. Ich habe nicht lange gezögert und umgehend versucht eine neue Bleibe zu finden, da ich wusste, dass ich meine Zeit dort nicht hätte genießen können.

Du bist nicht auf Google und Co. angewiesen

Es lässt sich kaum bestreiten, dass wir das Internet mit der Zeit zu einem wesentlichen Teil unseres Lebens gemacht haben. Langsam, aber sicher vergessen wir, dass wir einst ohne diese technischen Spielereien gelebt und überlebt haben. Daher war es nicht überraschend, aber dennoch erschreckend für mich zu sehen, wie verloren ich mich gefühlt habe, als in Manali eines Abends der Strom ausfiel und sich auch in den kommenden zwei Tagen nicht blicken ließ. Glücklicherweise verflog dieses Gefühl schnell, denn es ist bei Weitem interessanter nachts in den von Sternen übersäten Himmel zu sehen oder beim Wandern dem Zwitschern der Vögel zu lauschen, als die Benachrichtigungen auf Instagram und Facebook nachzuverfolgen.

Du darfst dich sicher fühlen

Nachdem ich in Dharamshala auf dem Weg zur Bushaltestelle von zwei jungen Männern sexuell belästigt wurde, plagten mich tagelang schwere Schuldgefühle. Tausende Gedanken schwirrten in meinem Kopf herum. Noch bevor ich ein Wort über den Vorfall verloren hatte, hörte ich die Stimmen der Menschen in meinen Ohren erklingen. Welche Kleidung hast du getragen? Was dachtest du dir auch dabei in Indien alleine unterwegs zu sein? Es dauerte eine Weile, bis ich begriffen hatte, dass nicht ich diejenige bin, die beschuldigt werden sollte, sondern die Männer, die es für tragbar gehalten haben, eine Frau so dermaßen respektlos zu behandeln. Schnell wandelte sich auch die Unsicherheit wieder in Selbstbewusstsein, denn ich verstand, dass Gefahren nicht an jeder Straßenecke lauern und ich mich sicher fühlen kann, solange ich aufmerksam und mir der Risiken bewusst bleibe. Immerhin verlief meine Reise sonst reibungslos und ich begegnete  nur Menschen, die mich sehr achtungsvoll behandelt haben. Lasst euch davon also nicht entmutigen aufzubrechen und diesen unglaublichen Planeten zu erforschen. Jeden Tag bereisen Millionen von Frauen die Welt ohne, dass ihnen etwas zustößt. Wenn sie es schaffen, schaffst du es auch.

Du kannst mehr als du denkst

Schon immer war ich ein eher schüchterner Mensch und hatte zugegebenermaßen eher wenig Selbstbewusstsein. Der bloße Gedanke an meine Reise bereite mir daher ziemliche Bauchschmerzen. Rückblickend war das natürlich vollkommen unbegründet, denn dadurch, dass ich oft sowohl physisch als auch psychisch an meine Grenzen gebracht wurde, fühle ich mich nun schon um einiges selbstsicherer.

Hin und wieder habe ich mich sogar selbst gefordert. Ich habe mich an Paragliding gewagt, obwohl ich mich vor dem Fliegen fürchte. Ich habe einen Gipfel von 2800 Metern bezwungen, obwohl ich zeitweise daran zweifelte und umkehren wollte.  Ich habe mir selbst bewiesen, dass ich zu mehr fähig bin, als ich bisher von mir glaubte und es ist mir kaum möglich zu beschreiben, wie unglaublich sich das anfühlt.

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sandyheart

Der Sommer ist endlich da! Passend dazu braucht man natürlich eisgekühlte Getränke, die für Erfrischung sorgen. Heute zeige ich euch 3 davon. Alle Getränke sind wirklich super schnell gemacht und schmecken mega lecker! Fangen wir an:

Virgin Caipirinha

Ihr braucht:

-Limette

-braunen Zucker

-Ginger Ale

-Crushed Ice

Mein Favorit unter den drei!

Die Zubereitung ist ganz einfach:

Die Limetten müsst ihr zunächst vierteln, danach kommen sie in ein Glas zusammen mit 1-2 Teelöffel braunem Zucker. Nun zerstampft ihr die Limetten, bis der ganze Saft herauskommt. Danach kommt das crushed Ice hinzu und zum Schluss schüttet ihr den Ginger Ale darüber. Wer Caipis mag, wird auch die alkoholfreie Variante lieben!

Watermelon Shake

Ihr braucht:

-Wassermelone

-etwas Wasser

Die Zubereitung von diesem Getränk ist fast selbsterklärend und super einfach. Ihr müsst einfach nur eure Wassermelone in kleine Stücke schneiden und sie in einen Mixer geben. Da Wassermelonen ohnehin schon fast nur aus Wasser bestehen, reicht es völlig aus, sie allein in den Mixer zu geben. Falls ihr es aber noch etwas flüssiger haben wollt, könnt ihr gern nach Belieben noch etwas Wasser hinzugeben. Dieser Shake ist wirklich eine mega Erfrischung!

Peach Iced Tea

Ihr braucht:

-Eistee eurer Wahl (in meinem Fall Mango-Eistee)

-Minze

-Pfirsischstücke

-Eiswürfel

Zwei Dinge die ich liebe sind Eistee und Pfirsische! Anstatt den herkömmlichen Pfirsisch-Eistee im Supermarkt zu kaufen, könnt ihr ihn auch ganz einfach selber machen. Alles was ihr dazu braucht ist ein Eistee eurer Wahl. Den gießt ihr zusammen mit ein paar kleinen Pfirsischstücken, Eiswürfeln und Minzblättern auf und fertig!

Eure Sandy 

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illisilli

Spice up your life with this ex wife

W O W WO W WOW WOW mau mau mau

Was kann man alles mit einer Unterhose machen?

Ich hasse das Wort Unterhose sehr. Aber noch mehr hasse ich wenn Textilen nicht genutzt werden. Wir kennen das alle. Der Mann geht, seine Unterhose  bleibt. Ehrlich gesagt, habe ich sie selbst getragen.

Da ich nichts was aus Textil ist weg schmeißen kann, aber auch zu wenig Stoff an diesem Höschen ist, habe ich mit einem einfachen Schnitt ein wunderbares Sport-BH Gerät. Der Gerät schläft nie.

Zwischen Shirts, Hosen und Hemden, fand ich noch die eine oder andere Unterhose. Bis auf diese #Americanapparel habe ich glanzlos alles zerhackt und trage es mit Stolz durch den Single Sommer 2016.  

Ein kleiner Schnitt und du bist ein Sport-Top reicher. Probiere es aus. Einfach die Hose gerade hinlegen 10-18cm einschneiden und fertig ist das Gerät.  

Diese Pants waren Gr. S für Männer und passen jetzt als Sporttop jedem bis 88cm Umfang. Egal ob Männchen oder Weibchen. Alles Gute!!! Feiert das Leben.  

Eure illisilli 

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katja_heinemann

Müde zog sie die Tür ihres Kleiderschrankes auf und betrachtete verträumt seinen Inhalt. Vor ihr hingen T-Shirts, Pullover und Jacken ordentlich sortiert auf den Bügeln, rechts davon gefaltete Hosen und Shorts. Sie strich über verschiedene Kleidungsstück ohne sie richtig zu beachten und klappte den Schrank kurze Zeit später wieder zu.
Drei Schritte hinter ihr hing eine Kleiderstange mit Jumpsuits und Kleidern, ebenfalls ordentlich aufgebügelt. Daneben stand eine weitere Stange mit Strickjacken, Blusen und Hemden, darunter farblich sortierte Schuhe. Wie im Traum berührte sie auch diese Kleidungsstücke ohne sie wahrzunehmen. So könnte es zumindest dem heimlichen Zuschauer dieser Szene vorkommen.

In ihrem Kopf jedoch entstand eine Art Kommunikation mit jedem Kleidungsstück. Sie erzählten ihr eine Geschichte und zeigten ihr Bilder. Ein blaues Latzkleid zum Beispiel erzählte von Tagen an denen sie sich wie ein Kind fühlen wollte, an denen sie ihr Alter einfach vergaß. Es erzählte die Geschichte eines langen Fußmarsches, tief hinein in den Wald, das Stativ unter den Arm geklemmt.
Eine rosa Bluse erzählte von ihrem ersten Date voller Aufregung, von dem ersten Fotoshooting mit ihren Dreadlocks, von einer großen Liebe. Und die besten Geschichen kamen von den schwarzen Jeanshosen, sie waren fast immer dabei gewesen und hatten mit ihr gemeinsam unzählbare Abenteuer durchlebt.

Ein Blick auf die Uhr reichte um sie aus den Tagträumen aufzuwecken. Es war schon 10 Uhr am Abend und sie musste noch einiges erledigen. Punkt 1 auf ihrer Liste war das morgige Outfit. Diese Tatsache möchte für einen Ausenstehenden sehr merkwürdig klingen, aber für sie stand morgen ein Treffen mit Freunden und ein Outfitshooting an.
Als Modebloggerin, wenn auch sehr kleine Modebloggerin, verband sie viel mit ihrer Kleidung, ja, sie war ihr Mittel um die Menschen auf sich aufmerksam zu machen, sich auszudrücken und auch um sich auszuprobieren. Sie war jedoch auch ihr heimlicher Feind und Verräter.

Schon jetzt hatte sie die Blicke ihrer Freunde vor Augen, welche sie musterten und innerlich über ihr Outfit urteilten. Auch wenn diese nur bedingt der Realität entsprachen und ihrer Einbildungskraft zugeordnet werden konnte, wusste sie, dass immer etwas mehr von ihr erwartet wurde. Und das war auch ihr eigener Anspruch.
Also öffnete sie erneut die Tür ihres Schrankes und wühlte sich durch die Kleidung. Die Bilder in ihrem Kopf jedoch wollten sie nicht gehen lassen und erzählten ihr immer weiter von alten Erlebnissen.

Sie versuchte sich zu konzentrieren und die Stimmen auszuschalten, während diese immer lauter und aggresiver wurden. Jedes einzelne Kleidungsstück, dass sie berührte, lies jetzt Bilder von vorherigen Outfitshootings in ihrem Kopf enstehen und zeigte ihr noch einmal wie sie es damals kombiniert hatte.
Langsam war sie den Tränen nahe, denn sie hasste diese Bilder. Nie fand sie sich im Nachhinein hübsch genug oder mochte alte Kombinationen. Kleidungsstück für Kleidungsstück wurde beiseitegelegt und für mangelhaft befunden, während sie immer verzweifelter suchte.

Könnte man in diesem Moment ihre Gedanken lesen, würde man ihre Selbstzweifel erkennen. Den Druck von außen und den Druck, welchen sie sich dadurch selbst machte. Die Angst nicht gut genug zu sein und zu versagen. Das Gefühl sich in seiner eigenen Kleidung nicht mehr wohl zu fühlen.
Doch all dies können wir nur von außen erahnen.
Am liebsten wäre sie jedoch in diesem Moment abgehauen und hätte alles hinter sich gelassen, vielleicht kurz von der Ferne gewunken. Und genau in diesem Moment erblickten ihre Augen einen grünen Jumpsuit mit Blumenmuster.

Ein Getreidefeld vertrieb ihre schlechten Gedanken, gefolgt von einer Wiese und einem Mädchen, welches die Kamera auf sie richtete. Die Beiden lachten gemeinsam und in ihr keimte etwas Glück auf. Genau jenes Glück das auch jetzt in ihr aufkeimen sollte.
Lächelnd nahm sie den Jumpsuit vom Kleiderbügel und legte ihr zusammen mit einer großen Kette und braunen Schuhen für den morgigen Tag zurecht. Sie wusste, dass sie dieses Glück, die Geborgenheit morgen noch einmal spüren würde. Vielleicht auch ein kleines Stück Freiheit.

Meinungen (49)
emoisykirschbaum

Natürlich haben wir Makeup Artist Anne Sophie Costa bei Instagram entdeckt. Und natürlich folgen wir ihr. Angefangen haben wir damit wegen der i-D und Jalouse Shoots. Aber wir lieben auch den Meerjungfrauen Vibe, den sie versprüht. Lasst euch von ihren markanten frischen Looks cool durch den Sommer bringen.

 

Verrate uns doch, was du beruflich genau machst und wie du dazu gekommen bist!

Ich arbeite als Fashion Make-Up Artist in London. Damit begonnen habe ich vor ca. 8 Jahren, als ich von einem Make-Up Artist  bei einem Event gefragt wurde, seine Assistentin zu werden. Dann habe ich einen Kurs gemacht und nie mehr aufgehört als Make-Up Artist zu arbeiten.

Warum und wann hast du dich dazu entschieden, nach London zu ziehen?

Ich erinnere mich daran, dass ich bereits als 12-Jährige Portugal verlassen wollte. Ich hatte immer das Gefühl, hier zu leben war nichts für mich. 2009 verbrachte ich dann Ferien in London und habe mich sofort in die Stadt verliebt.

Ungefähr in dieser Zeit traf ich einen Make-Up Artist, dem ich in London assistierte auf ein paar Shows und bei Magazin Editorials. Er und sein Team brachten mich dazu, in London zu bleiben und hierher zu ziehen, was ich ein paar Monate später schließlich auch tat.

Ich fühle mich hier irgendwie mehr wie ich selbst, freier. London ist eine Stadt, in der du ohne Vorurteile sein kannst, wie du bist. Natürlich erwarten die Leute auf der anderen Seite auch von dir originell und ungewöhnlich zu sein. Das ist großartig!

Wie entscheidest du dich, welches Make-Up das Richtige ist, wenn du bei einem Shooting arbeitest?

Natürlich hängt das immer vom Shooting ab, aber normalerweise haben wir vorab ein Gespräch über die Stimmung des Shootings, die Kleidung der Models und wie es sich anfühlen sollte.
Dann stelle ich meine Vorschläge, Optionen, Produkte oder generelle Ideen, die ich habe, vor und wir entscheiden gemeinsam in welche Richtung es gehen soll.

 

Was sind deine Top 5 Beauty/Make-Up Produkte und warum?

1. Tom Ford Shade & Illuminate Palette

Eine tolle 2 in 1 Lösung, die du überall mit hin nehmen kannst und mit der du immer bereit für ein Event bist. Egal ob Tag oder Nacht!

2. Eight Hour Cream von Elizabeth Arden

Perfekt für ein legeres Dinner oder Drinks, ich nutze es für meine Lippen und geben meinen Augenlidern einen leichten Glanz!

3. They’re Real! By Benefit

Ich liebe die Benefit Mascara! Sie gibt wirklich einen Push-up Effekt auf jeder einzelnen Wimper.

4. False Lashes Waterproof von MAC

Perfekt für den Sommer, da sie wasserfest ist. Verlasse nie das Haus ohne Mascara! Eine einfache Anwendung genügt, aber nutze auf jeden Fall eine Wimpernzange.

5. The Orange Flower Facial Oil by Neal’s Yard

Last but not least und perfekt für den Sommer: Mische deine Tagescreme mit ein klein wenig Natural Oil von Neal's Yard, wie zum Beispiel “Orange flower”. Das hilft deiner Haut sich über Nacht zu regenerieren. So ist sie mit genug Feuchtigkeit versorgt und du verlierst keine Sommerbräune!

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royalcoeur

Personal Diary #2 – Sibling Memory

schwester verloren

Ich sehe uns durch den Wald laufen. Du bist so langsam, kannst deine kleinen Füße gerade so voreinander setzen. Irgendwo weit hinter uns höre ich Mama rufen, wir sollen lieber stehen lieben, sonst geht es ohne Socken ins Bett. Sie lacht. Ich weiß natürlich, dass das völliger Quatsch ist. Du hingegen bist verunsichert, alles macht dir ein bisschen mehr Angst als mir, aber du bist auch erst 3 Jahre alt. Fast 8 Jahre trennen uns, aber Abenteurer sind wir beide. Langsam tapst du hinter mir her, balancierst vorsichtig über den kalten Waldboden. Dein Schneeanzug tut das, was Schneeanzüge hauptsächlich tun: sie sehen verwunderlich aus und schränken die Bewegungsfreiheit auf 10% ein. Trotzdem willst du Schritt halten, immer einen Fuß vor den anderen. Immer wieder muss ich dich vom Boden aufheben, weil du vorne überkippst oder über jedes 7. Blatt stolperst. Manchmal schaust du auch einfach in die Luft und lässt dich nach hinten fallen. Aber das macht nichts, wir haben ja Zeit.

Irgendwann sitzen wir zusammen auf dem Boden, es ist eiskalt. Nacheinander pusten wir Luft in den Abendhimmel und versuchen die wichtigen Fragen im Leben zu klären: warum ist die Luft weiß, wenn wir sie ausatmen, aber nicht zu sehen, wenn wir sie einatmen? Wir haben keine Ahnung, aber das macht nichts, wir haben noch Zeit, dies zu erforschen.

Durch deinen Schneeanzug kann ich nur dein Gesicht sehen. Du schaust genauso aus wie ich: die dunkelsten Augen der Welt, wilde Augenbrauen und kirschfarbene Lippen. Deine Hände stecken in Handschuhen, die dir viel zu groß sind, weil sie mir gehören. Meine Finger sind eiskalt und ich denke darüber nach, sie später unter heißes Wasser zu halten – das tut zwar weh, aber hilft manchmal. Von irgendwo hören wir Mama rufen, ab nach Hause. Du sollst noch in die Badewanne und mein Papa holt mich bestimmt bald ab, schließlich muss ich morgen in die Schule. Wir klettern ins Auto, das viel zu klein für uns alle ist, weil dein Kindersitz ohne Ende Platz braucht. Ich muss mich klein machen, du hälst mir deine Hände hin. Ich denke darüber nach, bei welcher Temperatur man erfrieren kann, so kalt bist du. Langsam massiere ich deinen kleinen Finger und versuche sie wieder warm zu pusten, nachdem Mama meinen Vorschlag abgelehnt hat, sie unter warmes Wasser zu halten. Stattdessen sollen wir uns draufsetzen – das versuchen wir, funktioniert aber nicht. Mama erzählt was von Heizung und Tee, du bist völlig erledigt und deine Augen fallen dir zu.

Als wir aussteigen, muss ich dir beim Abschnallen helfen, so müde bist du. Mama trägt dich ins Bett, Papa wartet schon im Auto. Ab nach Hause, sagt sie, bis nächste Woche. Küsschen. Sie schlägt die Tür zu und ich schließe die Augen. Im Auto ist es warm und nach Hause ist es nicht weit, morgen ist Schule, jedes Wochenende dasselbe und jedes Mal denke ich, wir haben noch Zeit. Manchmal stimmt das eben nicht.

Geschwister wiederfinden

Heute weiß ich, dass wir Menschen nicht ewig Zeit haben.

Alles endet irgendwann, früher oder später. Und meistens entscheiden wir nicht selbst darüber, was wann vorbei ist. Meistens macht es das Schicksal oder der Zufall. In unserem Alter waren es wohl immer Mama oder Papa, vielleicht auch Mama und Papa. Sie haben für uns entschieden, dass wir keine Zeit mehr haben. Sie haben entschieden, dass ich deinen ersten Tag im Kindergarten verpasse und du nicht sehen kannst, wie ich eingeschult wurde. Du warst nie bei einem meiner Wettkämpfe, um mir die Daumen zu drücken und ich konnte dich noch nie im Feuerwehranzug sehen. Wir haben nie für die Schule zusammen gelernt, wir haben nicht zusammen mein Abschlussballkleid gekauft und wir sind nie zusammen in eine fremde Stadt gefahren. – Aber all das haben wir nicht entschieden.

Jetzt, 12 Jahre später, sieht die Welt ganz anders aus. Ich bin längst erwachsen (jedenfalls meistens) und du bist so groß geworden. Noch immer siehst du aus wie ich, vor allem so wie ich mit 14 Jahren, nur ein bisschen kleiner. Und trotzdem würde ich dich erkennen, als die eine unter einer Million. Ein bisschen Mut fehlt uns beiden noch, aber jetzt haben wir wieder Zeit. Wir haben Zeit, all das nachzuholen, was wir in den 12 Jahren Funkstille verpasst haben. Wir können in jede Stadt dieser Welt fahren, wir können das Kleid für deinen Abschluss kaufen, sofern du ein Kleid tragen wirst und wir können einfach gemeinsam durch den Wald laufen, so wie früher. Nur ohne ständiges Hinfallen, in die Luft gucken und Schneeanzüge. Die wichtigen Fragen des Lebens zu diskutieren ist weiterhin erlaubt. Natürlich.


Alles Liebe, eure Neele

 
Meinungen (20)
emoisykirschbaum

Kleiderkreisel - eine Plattform für stylische Secondhand-Kleidung und tolle Vintage-Mode! Doch wie erkenne ich die richtig coolen Teile? Diese und andere Fragen zum Thema Vintage-Mode beantwortet uns Amanda Lee Shirrefs - the coolest girl on the vintage scene - in einem Interview und gibt praktische Tipps zum Kaufen und Verkaufen von Vintage-Kleidung!

Wie kamst du zur Vintage-Mode?

Meine Liebe zu Vintage-Kleidung habe ich durch meine Mutter und meine Tante und ihrer Liebe zur Ästhetik und Musik entdeckt. Mama hat mich immer dazu ermutigt, ich selbst zu sein und nicht mit dem Strom zu schwimmen.

Kannst du uns etwas über deinen beruflichen Werdegang erzählen?

Ich war auf dem London College of Fashion. In dieser Zeit hab ich jede Chance genutzt, die ich kriegen konnte und assistierte den D&G Burberry Buying  Merchandising Teams. Bei D&G wurde ich dazu ermutigt, als Stylistin während ihrer Einkaufssaison zu arbeiten, was mich auf meinen jetzigen Weg führte. Sie waren der Wegweiser für die Richtung, die ich beruflich eingeschlagen habe.

Ich war schon immer vom Brit Style beeindruckt und wie die Leute es schaffen, Vintage-Mode mit anderer Kleidung zu kombinieren, um den Look cooler zu machen und wieviel Spaß sie dabei haben. Auch die Männer haben einen richtig coolen Look! Das vermisse ich hier!

Anschließend habe ich begonnen den Sänger Ren Harvieu zu stylen, was einen richtigen Schneeballeffekt im Musik-Business auslöste und ich auf einmal für Veröffentlichungen für The New Yorker, das New York Magazin und das i-D Magazin stylte.

Wie lauten deine goldenen Regeln für das Shoppen von Vintage-Kleidung?

- Geh mit einem offenen Auge shoppen. Man findet meistens die coolen Teile dort, wo man sie am wenigsten erwartet!
- Kaufe nichts, was groß abgeändert werden muss. Das wirst du in den meisten Fällen wahrscheinlich nicht tun.
- Checke die Achseln. Meiner Meinung nach absorbieren z.B. 70er Polyester Fabrikate schlechte Gerüche und Schweißflecken.
- Kenne deine Lieblingsmarken aber fixiere dich nicht darauf. Letztes Jahr habe ich mich in ein wundervolles Pailletten-Kleid verliebt, das der Secondhand-Laden wegschmeißen wollte. Ich habe es ihnen quasi aus der Hand gerissen und später gemerkt, dass es ein hochpreisiges Malcolm Starr Abendlkleid ist.
- Beim Online Shoppen von Vintage-Mode mache ich mich vor allem auf die Suche nach hochpreisigen Unikaten. Dort ist es besonders wichtig, seine Größe und Maße zu kennen.

Hast du Styling-Tipps, wie man Outfits kreieren kann, in denen man nicht gleich verkleidet aussieht?

Ich versuche, mit meinem Look nicht nur eine Richtung anzusteuern und ihn immer etwas aufzubrechen: Zum Beispiel trage ich gerne auffällige moderne Accessoires, wenn ich meine Haare klassisch trage und mein Make-Up schlicht ist.



Welche Tipps hast du für Verkäufer?

Als ich endlich die Richtung für meinen beruflichen Werdegang gefunden hatte, gab mir ein Künstler-Freund den besten Rat, den ich jemals bekommen habe: "Kümmere dich um deinen Account als wäre es eine Galerie. Schaffe Wiedererkennungswert." Wenn du also möchtest, dass Gleichgesinnte etwas bei dir kaufen, gestalte ihn so, wie du auch gerne kaufen würdest.
Auch gutes Licht ist super wichtig. Ich fotografiere meine Schätze gerne in natürlichem Licht, mitten am Tag. Denn wenn du kein ausgebildeter Fotograf bist, kann das Licht einem beim Fotgrafieren leicht zum Verhängnis werden. Und fotografiere auf jeden Fall auch die Details deines Vintage-Teils.

Alle Bilder Amanda Lee Shirreffs für Shrimpton Couture

michael.sbl

​​Inspiriert von dem Beitrag »5 Dinge, die bei analoger Fotografie zu beachten sind.« , kommt hier ein neuer Beitrag von mir, für die Kreisler, die mit analoger Fotografie schon etwas weiter fortgeschritten sind.

Beim anlogen Fotografieren finde ich es am schönsten, dass man nie so genau weiß, wie das Ergebnis am Ende aussieht. Da sehr viele Faktoren zusammenkommen, bevor ein Bild entsteht, ist es manchmal interessant, an der einen oder anderen Stelle ein wenig einzugreifen und so ein paar Dinge dem Zufall zu überlassen.
Auch kann man hin und wieder eine kleine Herausforderung an sich selbst stellen, damit man mehr über den Prozeß vom Drücken des Auslösers, bis zum fertigen Bild erfährt.
Ich habe hier mal ein paar Dinge zum Ausprobieren für euch ausgesucht, die ich selbst schon einmal ausprobiert habe oder noch ausprobieren möchte.

1. Abgelaufene Filme verwenden

Kleinbildfilme sind mittlerweile sehr teuer geworden und werden auch kaum mehr verkauft. Finden kann man sie zwar noch in der Drogerie oder in fast jedem Fotoladen, dennoch ist hier die Auswahl sehr beschränkt und manchmal auch ziemlich überteuert. Umso mehr lohnt es sich also mal auf dem Flohmarkt oder bei eBay nach abgelaufenen Filmen zuschauen. Das Ablaufdatum eines Films bestätigt in der Regel nur den Zeitpunkt, ab dem der Hersteller die sogenannte »Filmempfindlichkeit« nicht mehr garantieren kann. Das heißt, abgelaufene Filme verblassen etwas in ihren Farben und müssen beim übertragen aufs Fotopapier länger belichtet oder (wie esdie Regel ist, wenn man Fotos bei der Drogerie oder in Fotläden bestellt) digital nachbelichtet werden. Das hat zur Folge, dass das Korn stärker hervortritt und die fertigen Fotos etwas bleicher werden. Ein schöner Effekt also, wenn die Bilder »älter« wirken sollen.

2. Schwarzweiß fotografieren

Wenn man schwarzweiße Filme benutzt, lässt sich das finden einer aufregenden  omposition üben. Versucht ungewöhliche Architektur zu finden, die sich als Muster auf dem Papier abzeichnet oder ein Objekt in den Fokus zu nehmen, damit sich dieses vom Hintergrund abhebt. Das experimentieren mit Lichtverhältnissen führt zu spannenden Kontrasten.

3. Push-/Pullentwicklung

Wer sich schon etwas länger mit analogem Fotografieren auskennt, kennt das Problem: Kamera dabei, aber es ist einfach zu dunkel oder zu Hell und man hat auch keinen Blitz in der Tasche. Dafür ist die Push- bzw. Pullentwicklung eine großartige Lösung. Hier wird bei der Entwicklung des Films darauf geachtet, dass der Film länger oder kürzer in der Entwicklerlösung badet. Daher: Bleibt er länger drin, wird das Bild heller, bleibt er kürzer drin, wird es dunkler.Ein Beispiel: Es ist Bewökt und ihr habt einen 100 ISO  ilm, diesen könnt ihr auf 400 bis 800 ISO »pushen«, dann sollte die Bildhelligkeit wieder stimmen.
Auch, wenn man es kaum glaubt, aber selbst Drogerien können in ihren Vertragslaboren Filme korrekturentwickeln. Dazu sollte der Eintrag auf der Tasche sichtbar vermerkt sein. Wichtig ist hier zu beachten, dass die Korrekturentwicklung nur beim ersten Mal durchgeführt werden kann, genauso, wie die normale Entwicklung auch. Danach lässt sich am Film nichts mehr ändern.


Es gibt drei wichtige und verbreitete Entwicklungsverfahren:​

​​Der Farbnegativfilm wird im C-41 Verfahren entwicklet, das Enwicklungsverfahren für SW-Film und das E-6 Verfahren zur Entwicklung von Farbpositiven, sogenannten »Dias«. Wenn also nun ein Film im falschen Verfahren entwickelt wird, kommt es zu farbenfrohen Ergebnissen. Entwicklet man also z.B. Diafilm im C-41 Verfahren, so erhält man Negative, die sehr kontrastreich und grobkörnig sind. Entwicklet man hingegen Negativfilm im E-6 Verahren, so erhält man Positive mit einem Gelbstich. Schwarzweißfilme lassen sich nur crossen, wenn es sich um C-41 Filme handelt (z.B. Ilford XP2). Hier reicht es auf die Tüte »crossen« zu schreiben.

4. Einen Fotoladen finden, der selber entwickelt und ausbelichtet

Keine Drogerie und auch kein normaler Fotoladen wird heutzutage noch selber Filme entwickeln. Diese Läden schicken die Filmdosen der Kunden an Großlabore. Umso schöner ist es also, wenn ihr einen Fotoladen entdeckt, der Filme selber entwickelt und auf richtigem Fotopapier ausbelichtet und nicht druckt. Die Vorteile sind klar, ihr unterstützt das Weiterleben des Analogfilms und könnt sicher sein, das eure »Sonderwünsche« wirklich umgestzt werden. Ausserdem sind ausbelichtete Fotos in ihrer Farbwiedergabe nicht zu übertreffen.
In Hannover gibt es z.B. Foto Weckbrodt, wenn ihr noch einen Laden bei euch in der Nähe kennt, nehme ich ihn gerne in meinem Beitrag auf.

5. Selber entwickeln

Negative selber entwickeln ist ein besonders intressantes Unterfangen. Ihr braucht wirklcih nicht viel und das Entwickeln ist langfristig kaum teurer als das Entwickeln im Fotogeschäft, wenn ihr eure Utensilien gebraucht auf eBay oder auf dem Flohmarkt besorgt. Wichtig ist nur, dass ihr ein Zimmer haben müsst, dass ihr komplett abdunkeln könnt (es geht auch ein Kleiderschrank oder  ein spezieller Wechselsack) und ein wenig Fingerfertigkeit. Ich werde nicht genauer auf den Prozess des Entwickelns eingehen, weil es bessere Anleitungen im Internet gibt.
Einen Unterschied gibt es noch zwischen dem Schwarzweiß- und Farbentwicklen. Beim Farbentwickeln braucht ihr etwas andere Chemikalien und ein genaues Thermometer. Für den Anfang empfehle ich das Entwicklen von Schwarzweißfilm, ihr braucht hier nicht zwangsweise ein Thermometer und es wird mit etwas Geschick in jedem Fall gelingen und dauert keine halbe Stunde! Dazu muss ich noch sagen, dass ich das Gefühl, einen Film nach der Entwicklung aus der Dose zu nehmen sehr aufregend finde. Fotochemie gib es bei Spuersinn in Braunschweig und Foto Impex in Berlin.

6. Bilder selber ausbelichten

Das Ausbelichten ist schon etwas aufwendiger und teurer, hier braucht ihr zusätzlich ncoh einen Wasseranschluss in eurem abgedunkelten Zimmer. Perfekt eigenen sich fensterlose Bäder. Ausserdem braucht ihr einen Vergrößerer, dieser ist in der Anschaffung etwas teurer, es gibt aber bezahlbare gebrauchte Modelle für 50-80€ auf eBay zu kriegen. Ich selbst habe einen Vergrößerer mit viel Zubehör für 20€ geschossen. Auch hier wird unterschieden zwischen Farbe und SW.
Insgesammt sind die Anschaffungskosten überschaubar, wenn man es nicht drauf anlegt qualitativ exzellente Fotos zu entwickeln. Das teuerste ist das Fotopapier, auch hier findet sich viel aus alten Sammlungen auf eBay, dabei ist das Alter nicht so wichtig für das Gelingen, so habe ich Fotopapier aus den 60ern erfolgreich entwickeln können. Nur Fotochemie sollte stets frisch sein und darf auch nicht im Abfluss entsorgt werden, bitte wendet euch an einen Wertstoffhof, aus dem Entwickler lässt sich nocht Silber zurückgewinnen und dieser ist auch nicht unbedenklich.

Also dann Rotlicht an, ab in die Dunkelkammer und viel Spaß beim Ausprobieren! Ich freue mich über euere Tipps, Anregungen und Erfahrungen. :)

Meinungen (11)
emoisykirschbaum

Die Festival-Saison ist schon in vollem Gange, aber du bist immer noch auf der Suche DEM Festival-Outfit bist, mit dem du aus der Masse herausstichst? Da haben wir was für dich! Wir haben uns mit der gefragten Stylistin Coline Bach, die die bekannte britsche Elektropopband Years & Years aus London stylt, zu einem exklusiven Interview getroffen und ein paar spannende Festival-Infos für euch.

Was machst du beruflich?

Ich bin Modestylistin und Moderedakteurin.

 

 

Wie teilst du dir deine Zeit zwischen deinem Job als Stylistin von Celebrities und dem redaktionellen Schreiben ein? 

Das kommt vor allem darauf an, wie beschäftigt meine Kunden sind, derzeit sind das vor allem die Jungs von Years & Years. Und da sie in den letzten 10 Monaten sehr gefragt waren und viele Auftritte hatten, war ich sehr mit ihnen als Stylistin beschäftigt. Aber sobald es etwas ruhiger wird, werde ich mich wieder mehr dem redaktionellen Schreiben widmen, damit ich einen guten Ausgleich habe.

Wie kommt es, dass du Stylistin und Moderedakteurin geworden bist?

Ich habe wahnsinnig vielen Senior Stylisten assisitiert, aber vor allem meine Zeit als Assistentin von Robbie Spencer bei Dazed & Confused brachte mich dazu. Dann begann ich freiberuflich zu arbeiten und selbständiger zu werden. Ich habe die Jungs von Years & Years bei einem Shooting für das Modzik Magazin, einer Zeitschrift für französische Musik, gestylt und es hat einfach gepasst! Außerdem habe ich eine Zeit lang für Schön! geshootet und der Chef Editor hat mich gefragt, ob ich nicht für das Magazin schreiben möchte.

Wie kann man sich ein solches Styling für ein Festival für eine Band wie Years & Years vorstellen?

Als erstes würde ich Olly fragen, was er gerne machen möchte und in welche Richtung es gehen soll. Für das Coachella Festival habe ich mit Absolventen zusammengearbeitet, die nach einem Briefing entsprechende Skizzen und Stoffproben für mögliche Tour-Outfits geschickt haben. Wir haben fünf von ihnen ausgewählt und ihnen die Äuftrage gegeben. Für Glastonbury habe ich Olly gefragt, ob er eine spezielle Idee im Kopf hat, was er gerne tragen würde und er meinte: “Etwas mit Regenbogen drauf und Flügeln dran.” Diese Idee habe ich dann an meine Freundin Lara Jensen, die übrigens tolle Accessories und Kostüme macht, weitergegeben und sie hat das komplette Outfit für ihn geschneidert. Die Weste, die Shorts und das Cape. Es war auch deshalb ein besonderes Outfit, weil Pride Weekend war. Nach den schrecklichen Ereignissen in Orlando konnte Olly als Sprecher der LGBT Gemeinschaft damit eine starke Botschaft aussenden, sowohl mit einer unglaublich emotionalen Rede, als auch mit diesem Outfit.  

Hast du spezielle Tipps und Tricks für die ultimative Festival-Packliste?

Es kommt natürlich immer auf das Festival an, was man mitnehmen sollte. Für das Coachella empfehle ich Sonnencreme und Bandanas, weil es mitten in der Wüste stattfindet und es so staubig ist, dass die Leute mit Bandanas im Gesicht rumlaufen, um nicht den ganzen Staub einzuatmen. Beim Glastonbury hingegen brauchst du auf jeden Fall Gummistiefel, das ist eine einzige Schlamm-Party. Und natürlich einen Regenmantel oder -poncho!